"Ich will Veganer werden!
- Wo fange ich an?"
Veganer werden - das geschieht nur selten von heute auf morgen.
(Aber auch das ist möglich und kommt vor.)
Meistens ist es ein Prozess, der zunächst vor allem gedanklich abläuft. Irgendwann steht der Entschluss fest und die Sache läuft von selbst.
Die ersten veganen Kochversuche sind entweder ausgezeichnet oder eine Katastrophe - abhängig von der allgemeinen Kocherfahrung des Neu-Veganers.
Wer kocht heute schon noch selber?
Also landen viele erstmal bei Tofu und Brot.
So kann ein schnell gefasster Entschluss ("Ich will Veganer werden!") zu einem kurzen Abenteuer werden.
Es geht aber auch anders und nachhaltiger.
Hier ein paar Tipps für einen gesunden Einstieg in die vegane Ernährung.
1. Besorgen Sie sich ein veganes Kochbuch und nehmen Sie sich mindestens einmal die Woche Zeit, sich eine gesunde, vegane Mahlzeit zu kochen (oder zu schnippeln, wenn Sie Rohköstler sind).
In den letzten paar Jahren sind viele ganz ausgezeichnete Kochbücher auf den Markt gekommen und die Auswahl fällt schwer. Mein persönlicher Favorit ist Björn Moschinski's "Vegan kochen für alle"
.
Es ist aber völlig egal, welches Buch Sie sich kaufen. Hauptsache es inspiriert sie. Sie wollen Veganer werden - investieren Sie in Ideen. Websites, Bücher, Restaurantbesuche!
2. Integrieren Sie von Anfang an viel frisches Obst und Gemüse in Ihren Speiseplan. Wechseln Sie nicht einfach von omnivorem Fast Food zu veganem, sondern tun Sie was für Ihre Gesundheit. Wir wissen alle, dass hier nur frisches Obst und Gemüse den Kohl fett machen. Eine gute Investition ist ein Bio-Abo für eine individuelle Obst- und Gemüsekiste, zum Beispiel bei bringmirbio.de
.
3. Experimentieren Sie. Geben Sie Erdnussbutter in die Tomatensauce. Backen Sie Lebkuchen mit Zuckerrübensirup oder einer Mischung aus Zuckerrübensirup und Agavendicksaft an Stelle von Honig. Probieren Sie Stevia aus. Es gibt unzählige gesunde, vegane Alternativen, die die vegane Küche unglaublich abwechslungsreich machen können.
4.
Backen ohne Milch und Ei ist wirklich ganz einfach.
5. Wurzelgemüse wie Süßkartoffeln, Karotten und Rüben schmecken geröstet sehr gut. Tomaten und Paprika ebenfalls. Die Kohlenhydrate im Gemüse werden durch das Rösten karamelisiert und erzielen eine unnachahmliche Geschmacksvielfalt.
Wenn Sie oder gewisse Familienmitglieder zu den Gemüsemuffeln gehören, probieren Sie folgendes:
Rösten sie das Gemüse und pürieren Sie es danach zu einer crèmigen Suppe. (Geben Sie bei Bedarf Sojasahne oder Hafersahne dazu.) Es gibt kaum einen Menschen, dem so eine Suppe nicht schmeckt.
6. Bestimmte Gemüsesorten schmecken roh besser als gekocht. Andere Sorten muss man genau "al dente" Kochen, sonst überkocht man sie und verliert den Geschmack. Blumenkohl und Brokkoli gehören zu dieser letzten Gruppe.
7. Probieren Sie Smoothies aus, vor allem, wenn Sie wenig Zeit zum Gemüseschnippeln haben. Je länger Sie sich rein-pflanzlich ernähren, desto weniger Vorbehalte werden Sie gegenüber exotisch anmutenden Getränken wie grünen Smoothies und Weizengras-Drinks haben.
Ein gescheiter Mixer
ist eine wirklich gute Anschaffung, vor allem, wenn Sie Hunde und Katzen im Haushalt haben. Auch diese mögen nämlich püriertes Gemüse und gemahlene Nüsse. Vor allem, wenn Sie die Herstellung von
veganem Käse auf Nussbasis
planen, ist ein Mixer eine sehr gute Anschaffung. So können Sie sich den für die meisten Leute "verzichtbaren" kommerziellen veganen Käse von Anfang an ersparen.
8. Experimentieren Sie mit Kräutern und Gewürzen. Vergessen Sie Knoblauch und Zwiebeln nicht. (Veganer werden und Vampire abschrecken lässt sich kombinieren, ist aber kein Muss.)
9. Für sahnige Saucen verwenden Sie eine Nussbasis wie Erdnussbutter oder Tahin. Wenn es fettarm zugehen soll, sind pürierter Blumenkohl oder Brokkoli eine ausgezeichnete Basis. Sojasahne oder Hafersahne sind weitere Möglichkeiten.
10. Für die Arbeit und Uni sind vegane Nudelsalate, exotische, interessante, gemischte Salate im Allgemeinen und Falafel mit veganer Sauce eine gute Möglichkeit. Mischen Sie ihr Lieblings-Obst in einen üppigen Rohkostsalat mit Nüssen, Keimlingen und Sprossen. Fragen Sie vor allem in asiatischen Restaurants nach "rein pflanzlichen" Alternativen.
Sie werden fündig werden.
Werden Sie kreativ und überraschen Sie Ihre Freunde und Familienangehörigen!
Oft muss man seine Bekannten nur mit einer guten Sauce überzeugen, und ehe man sich's versieht, wollen alle Veganer werden - zumindest für einen Tag, manchmal für immer.
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